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Bei einer Familienstärke von bis zu zehn Personen wissen die Menschen nicht, woher sie das Essen für den nächsten Tag hernehmen sollen. Von medizinischer Versorgung und Schulbildung gar nicht zu reden !
Auch nach den Unruhen Anfang 2004, die zum Sturz von Präsident Aristide geführt haben, gibt es kaum effektive Arbeitsprogramme, und die Preise für Lebensmittel und Energie steigen ständig. Die Menschen leiden mehr und mehr an Hunger, Unterernährung, Krankheiten und mangelnder medizinischer Versorgung, welche zu einer Lebenserwartung von knapp fünfzig Jahren führt.
Die fürchterliche Not, ob nun unter Duvallier, Aristide oder wem auch immer existent war, ist noch immer tägliche Realität in Haiti. Daran wird sich kurzfristig ohne unsere Hilfe auch wenig ändern. Auch der inzwischen demokratisch gewählte Präsident Preval wird ohne internationle Unterstützung das Land nicht aus dem Elend führen können.
Die UN-Organisation FAO (Food and Agriculture Organisation) hat ermittelt, daß nach Somalia und Afghanistan Haiti an der dritten Stelle der Länder mit der höchsten Unterernährung liegt. Nach dem Report fehlen in Haiti den Menschen im Durchschnitt 460 Kalorien bzw. 24 % des täglichen absoluten Minimumbedarfs von 1900 Kalorien. In diesem Land sind damit zweiundsechzig Prozent der Menschen chronisch unterernährt.
Das Klima im Land wird verschärft durch die Abschiebung haitianisch stämmiger Krimineller aus den USA und Kanada, was unter Missachtung der Menschenrechte geschieht. Da es für diese Menschen keine Resozialisierungsmaßnahmen gibt, verschwinden sie im Untergrund und verschärfen mit ihrer - bisher in Haiti nie gekannten - Kriminalität die schon schweren Lebensbedingungen der Menschen.
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